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Gewaltprävention für Jugendliche: Neues Trainingsangebot in Prüm

Polizei und Caritas bieten in Prüm ein Gewaltpräventionstraining für Jugendliche an, das Selbstbehauptung, Deeskalation und Zivilcourage praktisch vermittelt.

Redaktion
·
20. Oktober 2026
Bild ist mit Hilfe von KI generiert
Zuletzt aktualisiert: vor 8 Stunden

Stark auftreten, ohne Gewalt anzuwenden

Wie reagiere ich auf Provokationen, ohne selbst aggressiv zu werden? Wie kann ich anderen helfen, ohne mich dabei in Gefahr zu bringen? Mit diesen Fragen beschäftigt sich das Gewaltpräventionstraining „Stark ohne Gewalt“, das am Donnerstag, den 5. November 2026, von 14 bis 16 Uhr in der Turnhalle der Kaiser-Lothar-Realschule plus in Prüm stattfindet. Das Angebot richtet sich gezielt an Jugendliche im Alter von 13 bis 15 Jahren und setzt genau dort an, wo Konflikte im Alltag entstehen: in der Schule, auf dem Schulhof oder in der Freizeit.

Gemeinsames Projekt von Polizei und Caritas

Hinter der Veranstaltung steckt eine Kooperation zweier Partner, die sonst selten gemeinsam auftreten, aber in der Jugendarbeit an einem Strang ziehen: der Jugendsachbearbeiter der Polizeiinspektion Prüm und die Aufsuchende Jugendsozialarbeit, also die Streetworker, des Caritasverbandes Westeifel e.V. Diese Zusammenarbeit bringt zwei unterschiedliche Perspektiven zusammen. Auf der einen Seite stehen die polizeilichen Erfahrungen aus dem Umgang mit Konflikt- und Gewaltsituationen, auf der anderen Seite die sozialpädagogischen Ansätze der Jugendsozialarbeit. Genau diese Kombination soll den Jugendlichen helfen, ihre Selbstbehauptung, ihr Verantwortungsbewusstsein und ihre sozialen Kompetenzen zu stärken.

Gewalt beginnt nicht erst bei Fäusten

Ein zentraler Gedanke des Trainings ist, dass Gewalt nicht erst dort anfängt, wo körperliche Auseinandersetzungen stattfinden. Auch Beleidigungen, Bedrohungen, Mobbing und Ausgrenzung können für Betroffene schwerwiegende Folgen haben. Gerade im Jugendalter, in dem soziale Gruppen und das eigene Selbstbild besonders wichtig sind, ist es entscheidend, Konflikte frühzeitig zu erkennen, eigene Grenzen klar zu setzen und passende Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln, statt in Sprachlosigkeit oder Eskalation zu geraten.

Wahrnehmen, Deeskalieren, Handeln, Zivilcourage

Das Training folgt einem klaren Leitgedanken: Wahrnehmen, Deeskalieren, Handeln, Zivilcourage. Anhand alltagsnaher Beispiele, praktischer Übungen und Rollenspiele lernen die Teilnehmenden, wie sie Konfliktsituationen entschärfen, selbstbewusst auftreten und im Ernstfall anderen Menschen in schwierigen Situationen beistehen können. Besonderes Gewicht liegt dabei auf dem Thema Zivilcourage. Den Jugendlichen soll vermittelt werden, dass mutiges Handeln nicht bedeutet, sich selbst leichtfertig in Gefahr zu bringen. Vielmehr geht es darum, eine Situation richtig einzuschätzen, gezielt Unterstützung zu organisieren und Verantwortung für andere zu übernehmen, ohne dabei die eigene Sicherheit aufs Spiel zu setzen.

Praktische Hinweise zur Teilnahme

Da bei der Veranstaltung praktische Übungen im Vordergrund stehen, sollten die Teilnehmenden hallentaugliche Sportschuhe mitbringen. Auf Wunsch kann im Anschluss eine Teilnahmebescheinigung ausgestellt werden, die beispielsweise für Bewerbungsunterlagen oder Portfolios nützlich sein kann. Die Anmeldung zum Training läuft über Marc Spiekermann von der Aufsuchenden Jugendsozialarbeit des Caritasverbandes Westeifel e.V. Interessierte erreichen ihn mobil unter 0160 530 3371 oder per E-Mail unter m.spiekermann@caritas-westeifel.de. Er steht auch für weitere Rückfragen rund um die Veranstaltung zur Verfügung.

Ein Angebot mit regionaler Relevanz

Für die Eifelregion rund um Prüm ist ein solches Angebot mehr als nur eine einzelne Schulveranstaltung. Es zeigt, wie Institutionen wie Polizei und Caritas gemeinsam präventiv tätig werden können, bevor aus Konflikten echte Probleme entstehen. Gerade in ländlichen Regionen, in denen soziale Angebote oft punktuell organisiert werden müssen, ist eine solche Kooperation ein wichtiges Signal: Jugendliche sollen nicht erst dann Unterstützung erfahren, wenn es bereits zu Eskalationen gekommen ist, sondern frühzeitig lernen, mit Konflikten umzugehen. Antenne Trier wird auch in Zukunft über Initiativen berichten, die das Zusammenleben in der Region Trier und der Eifel stärken.

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