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Handyblitzer in Trier im Einsatz – Baden-Württemberg zieht nach?

Monocams erfassen Handynutzung am Steuer: Im Raum Trier gab es im ersten Halbjahr über 600 Verstöße.

Redaktion
·
29. Oktober 2026
Bild ist mit Hilfe von KI generiert
Zuletzt aktualisiert: vor 3 Stunden

Monocams erkennen Handynutzung am Steuer

Wer am Steuer zum Handy greift, riskiert nicht nur ein Bußgeld, sondern auch Leben. In Rheinland-Pfalz – und damit auch in der Region Trier – setzt die Polizei dafür bereits sogenannte Monocams ein. Diese Kameras beobachten den vorbeifahrenden Verkehr und filmen in die Fahrzeuge hinein. Eine Software mit Künstlicher Intelligenz sucht dabei nach Anzeichen für eine unerlaubte Handynutzung. Wie der Radiosender Die Neue Welle berichtet, gleicht das System die erfassten Bilder mit einem Bestand von rund 20.000 Fotos ab, die unterschiedliche Situationen zeigen, in denen Menschen ein Handy in der Hand halten.

Erkennt die Software einen möglichen Verstoß, wird die Aufnahme gespeichert und anschließend ausgewertet. Erst wenn sich der Verdacht bestätigt, folgt eine Ordnungswidrigkeitenanzeige – ein von der Kamera erkanntes Handy führt also nicht automatisch zu einer Anzeige.

Mehr als 600 Verstöße im Raum Trier

Nach Angaben von Matthias Emmerich, Leiter der Polizeiinspektion Trier, läuft der reguläre Einsatz der Technik im Bereich Trier seit Anfang 2026. Im ersten Halbjahr wurden dort mit dem System mehr als 600 Verstöße festgestellt. Emmerich sieht die Monocams als Ergänzung zu den bisherigen Kontrollen und verweist darauf, dass Ablenkung am Steuer zunehmend zu schweren Verkehrsunfällen führt. Bereits in der wissenschaftlich begleiteten Erprobungsphase habe sich gezeigt, dass die Kontrollen dazu beitragen könnten, die Handynutzung am Steuer zu verringern. Dabei setzt Emmerich auf eine Kombination aus Aufklärung, Hinweisschildern auf die Kontrollen und der Ahndung festgestellter Verstöße.

Baden-Württemberg prüft eigenen Einsatz

Während die Technik in Rheinland-Pfalz bereits läuft, beobachtet Baden-Württemberg die Entwicklung genau. Laut dem baden-württembergischen Innenministerium gehört die Überwachung unerlaubter Handynutzung seit Jahren zu den Schwerpunkten der Verkehrskontrollen im Südwesten. Das Land steht nach eigenen Angaben mit anderen Bundesländern im Austausch und beobachtet auch die Rechtsprechung in Rheinland-Pfalz, das 2025 eine eigene gesetzliche Regelung für den Einsatz von Monocams geschaffen hat.

Für Baden-Württemberg stellt das Ministerium jedoch klar: Eine vergleichbare Rechtsgrundlage existiere bislang nicht. Handyblitzer wurden dort bisher auch noch nicht getestet, einen Zeitpunkt für den Abschluss der Prüfung kann das Ministerium derzeit nicht nennen.

Zahlen zu Handyverstößen und Unfallrisiko

Wie häufig abgelenktes Fahren vorkommt, zeigen die Zahlen des baden-württembergischen Innenministeriums: Im Jahr 2025 stellte die Polizei dort rund 82.000 Handyverstöße fest. Bei 9,9 Prozent der tödlichen Verkehrsunfälle war Ablenkung eine Unfallursache – nach Angaben des Ministeriums meist durch das Handy verursacht. Im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Pforzheim wurden im vergangenen Jahr 4.264 Handyverstöße zur Anzeige gebracht, wie Pressesprecher Benedikt Sängle berichtet. Die tatsächliche Zahl dürfte nach seiner Einschätzung deutlich höher liegen, da die Polizei nicht überall gleichzeitig kontrollieren könne.

Sängle verdeutlicht die Gefahr mit einem Rechenbeispiel: Wer bei Tempo 30 drei Sekunden auf sein Handy schaut, legt in dieser Zeit bereits rund 25 Meter ohne Blick auf die Straße zurück. Bei 100 Kilometern pro Stunde sind es sogar etwa 83 Meter. Nach einem Unfall sei es jedoch oft schwierig nachzuweisen, dass tatsächlich die Handynutzung die Ursache war, da dafür der genaue Unfallzeitpunkt mit einer möglichen Nutzung abgeglichen werden müsste.

Bußgeld und Appell an Eigenverantwortung

Für unerlaubte Handynutzung am Steuer nennt Sängle ein Bußgeld von 100 Euro sowie einen Punkt in Flensburg. Werden dabei andere Verkehrsteilnehmer gefährdet oder kommt es zu einem Unfall, können höhere Bußgelder, zwei Punkte und sogar ein Fahrverbot folgen.

Unabhängig davon, ob künftig auch in Baden-Württemberg Monocams zum Einsatz kommen, appelliert der Polizeisprecher an die Eigenverantwortung der Fahrerinnen und Fahrer. Für die Region Trier zeigt der laufende Einsatz der Technik bereits, wie viele Verstöße mit den Kameras aufgedeckt werden können – ein Trend, den auch andere Bundesländer aufmerksam verfolgen.

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