
Laut Paritätischem Armutsbericht ist die Region Trier bundesweit am stärksten von Armut betroffen.
In der Region Trier lebt nach Angaben des Paritätischen Armutsberichts ein größerer Anteil der Bevölkerung in Armut als in jeder anderen Region Deutschlands. Wie der SWR berichtet, liegt die Armutsquote bei 21,4 Prozent. Besonders betroffen sind Kinder: Jedes fünfte Kind in der Region wachse in Armut auf, heißt es in dem Bericht.
Die Trierer Wirtschaftssoziologin Andrea Maurer von der Universität Trier sieht strukturelle Ursachen. Nach ihrer Einschätzung gibt es in der Region viele Arbeitsplätze in Gastronomie, Handel oder Pflege, in denen vergleichsweise wenig verdient werde. In ländlichen Gegenden wie Eifel oder Hunsrück arbeiteten zudem vergleichsweise wenige Frauen in Vollzeit. In der Stadt Trier selbst komme hinzu, dass dort viele Studierende lebten, die statistisch oft unter der Armutsgrenze lägen. Steigende Mieten oder wegfallende staatliche Zuschüsse könnten in diesen Fällen schnell dazu führen, dass Menschen unter die Armutsgrenze rutschen, erklärt Maurer laut SWR.
Die Expertin warnt zudem, dass Kinder aus armen Familien schon früh in ihren Entwicklungschancen eingeschränkt würden. Wer nicht an Klassenfahrten teilnehmen oder Musik- und Sportangebote wahrnehmen könne, falle zurück und verpasse soziale Gemeinschaft. Die Folgen beträfen letztlich die gesamte Gesellschaft, da verlorene Chancen auch verlorene Talente und Perspektiven bedeuteten.
Um betroffene Familien zu entlasten, organisiert der Verein Kinderlachen-Eifel aus dem Eifelkreis Bitburg-Prüm nach Angaben des SWR Freizeiten und Ausflüge für Kinder aus finanziell belasteten Familien oder mit körperlichen Beeinträchtigungen. Der Vorsitzende des Vereins, Thomas Treptau, berichtet, dass die Freizeiten bereits jetzt kaum kostendeckend seien, während gleichzeitig alles teurer werde und immer mehr Familien auf Unterstützung angewiesen seien. Besonders mögliche Kürzungen bei Fördermitteln bereiteten ihm Sorgen, da der Verein ohne diese Zuschüsse sein Angebot langfristig nicht aufrechterhalten könnte.
Wirtschaftssoziologin Maurer rechnet laut SWR damit, dass sich die Lage in den kommenden Jahren weiter zuspitzen könnte, etwa durch steigende Wohnkosten oder Veränderungen bei Sozialleistungen. Als wichtige Stellschraube nennt sie eine verlässlichere Kinderbetreuung: Nur wenn Betreuung funktioniere, könnten vor allem Frauen am Arbeitsleben teilnehmen oder bessere Jobs annehmen. Das sei entscheidend, um Alleinerziehende und Familien langfristig aus der Armut zu holen.






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