
Zwei freilaufende Hunde sorgten auf der B327 bei Morbach für einen Verkehrsrückstau – jetzt werden sie als tierische Polizeipraktikanten vermisst.
Ein ungewöhnlicher Einsatz hat am Freitag, dem 09.10.2026, gegen 11:20 Uhr die Polizeiinspektion Morbach auf Trab gehalten: Auf der vielbefahrenen Hunsrückhöhenstraße B327 zwischen Hinzerath/Wederath und Hochscheid liefen gleich zwei größere Hunde frei umher. Mehrere aufmerksame Verkehrsteilnehmer meldeten die beiden Vierbeiner, die sich unbeaufsichtigt auf der Fahrbahn bewegten und damit ein Risiko für den Verkehr darstellten.
Die Polizeibeamten rückten aus und mussten die Fahrbahn kurzzeitig sperren, um die Tiere einzufangen. Das Einfangen gestaltete sich dabei alles andere als einfach – die Beamtinnen und Beamten mussten laut Polizeibericht „sportlichen Einsatz“ zeigen, um der beiden Ausreißer habhaft zu werden. Durch die Sperrung kam es zu einem kurzzeitigen Rückstau von etwa einem Kilometer. Um die übrigen Verkehrsteilnehmer rechtzeitig zu informieren, erfolgte zudem eine Meldung im Verkehrswarnfunk.
Da die Suche nach der Hundehalterin oder dem Hundehalter zum Zeitpunkt der Pressemitteilung noch andauerte, musste eine Lösung für die Unterbringung der beiden Tiere gefunden werden. Aufgrund der Wetterlage und aktueller Unterbringungsengpässe entschied sich die Polizeiinspektion Morbach kurzerhand dazu, die beiden Hunde vorübergehend als eine Art tierische „Hilfskräfte“ auf der Dienststelle aufzunehmen.
Zur Aufklärung ihres eigenen Falls konnten die beiden Vierbeiner zwar bislang nichts beitragen, dafür verlief die Zusammenarbeit mit den ungewöhnlichen Gästen nach Angaben der Polizei ausgesprochen unkompliziert. Die Beamtinnen und Beamten beschreiben die beiden Hunde als sehr freundlich – und auch für willkommene Abwechslung im sonst oft ernsten Dienstalltag sollen die tierischen Besucher gesorgt haben.
Trotz der entspannten Atmosphäre bittet die Polizeiinspektion Morbach den Besitzer oder die Besitzerin der beiden Hunde dringend darum, sich unmittelbar bei der Dienststelle zu melden. Wer die Tiere abholen möchte, muss dabei einen entsprechenden Besitzer- beziehungsweise Halternachweis vorweisen können.
Erschwert wird die Suche nach dem verantwortlichen Halter dadurch, dass die beiden Hunde weder eine Halsbandmarke noch eine Ohrtätowierung tragen, anhand derer sie eindeutig identifiziert werden könnten. Dieser Umstand nimmt die Polizeiinspektion Morbach zum Anlass für einen Appell an alle Hundehalterinnen und Hundehalter in der Region: Vierbeiner sollten konsequent gekennzeichnet werden, etwa durch eine Tätowierung oder einen Mikrochip. Besonders hilfreich kann dabei die Registrierung der Chipnummer bei der Organisation Tasso sein – sie erleichtert es erheblich, entlaufene Tiere schnell wieder ihren Besitzern zuzuordnen.
Der Vorfall auf der B327 zeigt, wie unterschiedlich der Alltag der Polizei in der Region Trier sein kann. Während andere Einsätze mit ernsten Konsequenzen oder Ermittlungsverfahren enden, blieb dieser Fall bislang unproblematisch – auch wenn die Ursache, also das Entlaufen der beiden Hunde, weiterhin ungeklärt ist. Wie die Polizeiinspektion Morbach abschließend treffend formuliert: Nicht jeder Einsatz endet mit einer Anzeige – manchmal beginnt er auch einfach mit zwei freundlichen Hunden auf Abwegen.
Wer Hinweise zum Besitzer der beiden Hunde geben kann oder selbst der gesuchte Halter ist, wird gebeten, sich umgehend telefonisch unter 06533-9374-0 oder per E-Mail an pimorbach@polizei.rlp.de mit der Polizeiinspektion Morbach in Verbindung zu setzen.






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