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21 neue Naturerlebnisbegleiter für die Mosel: Wissen trifft Begeisterung

21 neue Naturerlebnisbegleiter wurden im Steillagenzentrum des DLR Mosel in Bernkastel-Kues zertifiziert.

Redaktion
·
7. September 2026
Bild ist mit Hilfe von KI generiert
Zuletzt aktualisiert: vor 3 Wochen

Zertifikate für 21 neue Botschafter der Mosellandschaft

Zwei Jahre Weiterbildung, mehr als 120 Stunden Lernen, Entdecken und Ausprobieren – und am Ende 21 Menschen mit ganz unterschiedlichen Ideen für die Moselregion: Am 18. August 2026 erhielten die neuen Naturerlebnisbegleiterinnen und Naturerlebnisbegleiter im Steillagenzentrum des DLR Mosel in Bernkastel-Kues ihre Zertifikate. Mit diesem Abschluss wächst ein Netzwerk weiter, das Weinbau, Natur und Bildung an der Mosel auf besondere Weise miteinander verbindet.

Ein umfassendes Programm durch die Weinlandschaften der Mosel

Online-Seminare, Workshops und Exkursionen führten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer durch die unterschiedlichen Weinlandschaften der Mosel. Auf dem Programm standen Flora und Fauna, Geologie und Boden, Weinbau und Biodiversität, Naturschutz, Bildung für nachhaltige Entwicklung sowie Methoden der Naturvermittlung. Eine eigene Projektarbeit, ein Herbarium beziehungsweise Faunarium und eine praktische Prüfung bildeten den Abschluss der intensiven Qualifizierung.

DLR-Dienststellenleiter Norbert Müller hob bei der Zertifikatsübergabe hervor, dass die Weiterbildung weit über die Vermittlung von Fachwissen hinausgeht. Naturerlebnisbegleiter sollen Zusammenhänge erkennen, Neugier wecken und andere Menschen für die Natur- und Kulturlandschaft begeistern. Damit werden sie zu Brückenbauern zwischen Weinbau, Natur und Umwelt, Wissenschaft und Alltag sowie Tradition und Zukunft. Insgesamt wurden inzwischen rund 220 Naturerlebnisbegleiterinnen und Naturerlebnisbegleiter zertifiziert.

Klimawandel und Artenrückgang als Antrieb

Staatssekretärin Dr. Kristina Brixius vom Ministerium für Landwirtschaft, Weinbau, Umwelt und Forsten stellte die Qualifizierung in den Zusammenhang aktueller Herausforderungen. Klimawandel, Artenrückgang und Strukturwandel im Weinbau verändern die Kulturlandschaft spürbar. Umso wichtiger seien Menschen, die Verantwortung übernehmen, Wissen weitergeben und andere zum Mitmachen bewegen. Naturerlebnisbegleiter können dabei als Multiplikatoren und Botschafter ihrer Region wirken.

Mosel-Weinkönigin Teresa Oster schlug den Bogen zur Mosel als Heimat und Weinkulturlandschaft und zur Bedeutung des Naturerlebens auch für die junge Generation. Kreisbeigeordneter Achim Zender betonte die Stärke des Netzwerks: Naturerlebnisbegleiter verbinden Tourismus, Weinbau und Bildung für nachhaltige Entwicklung und tragen damit zur regionalen Identität bei.

Wenn Wissen in Handeln übergeht

Wie konkret diese Wirkung sein kann, zeigte Birgit Ailbout-Binninger aus Briedel, selbst Naturerlebnisbegleiterin des Jahrgangs 2018. Aus ersten Naturbeobachtungen entwickelten sich bei ihr Umweltbildungsprojekte mit Kindern, Insektenhotels, Schulgarten und Trockenmauer. Ihr Beispiel machte deutlich: Wissen wird besonders wertvoll, wenn es geteilt und in gemeinsames Handeln übersetzt wird.

Vielfältige Abschlussprojekte der neuen Jahrgänger

Im Mittelpunkt der Feierstunde standen die neuen Naturerlebnisbegleiter selbst. In kurzen persönlichen Beiträgen stellten sie ihre Abschlussprojekte vor – so vielfältig wie die Menschen dahinter. Einige Beispiele geben einen Einblick in die Bandbreite der Ideen:

  • Rolf Bayer aus Koblenz verbindet in seiner „Reise durch das verborgene Moseluniversum“ Geologie, Bodenmikrobiologie und Artenvielfalt.
  • Vanessa Gasber aus Kenn entwickelte mit den „Naturdetektiven auf Spurensuche“ ein Angebot für Kinder rund um den Kenner Bach.
  • Thorben Meischies aus Alken zeigt, wie sich Artenvielfalt aus den Weinbergen in den eigenen Garten holen lässt.
  • Denise Scholtes aus Neumagen-Dhron hat auf einer ehemaligen Weinbergsfläche einen Artenvielfaltsgarten am Schieferfelsen entwickelt.
  • Petra Walenta aus Rhens widmete sich dem „Schatz vor der Haustür“ – Streuobstwiesen und Trockenmauern in unmittelbarer Umgebung.
  • Iris Nicolay aus Zeltingen-Rachtig erkundete die Felsenwelt rund um Erdener Treppchen und Co.
  • Walter Eberz und Brigitte Lohmeier-Eberz brachten die lebendige Weinlandschaft Winningen ins Rampenlicht – vom Kinderwingert bis zur Terroir-Verkostung.

Ein Baustein der Initiative „Lebendige Moselweinberge“

Die Weiterbildung ist ein zentraler Baustein der Initiative „Lebendige Moselweinberge“ des DLR Mosel. Seit 2013 verbindet sie Weinbau, Naturschutz, Landentwicklung, Tourismus und Umweltbildung mit dem Ziel, biologische Vielfalt und Weinkulturlandschaft zu erhalten und gemeinsam Perspektiven für die Zukunft der Mosel zu entwickeln.

Mit der Zertifikatsübergabe endet die Weiterbildung – das Wirken der neuen Naturerlebnisbegleiter beginnt jedoch erst. Sie tragen ihr Wissen künftig in Gemeinden, Schulen, Vereine, Weinbaubetriebe, touristische Angebote und eigene Projekte hinein. Für die Moselregion sind diese 21 neuen Botschafterinnen und Botschafter ein Gewinn: Sie verbinden Fachwissen mit Leidenschaft und machen die einzigartige Kulturlandschaft an der Mosel für immer mehr Menschen erlebbar. Mehr Informationen rund um Natur, Umwelt und regionale Themen gibt es auch bei lokalo.de.

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