
Die Stadt Trier installiert acht neue Photovoltaikanlagen auf Kitas, Schulen und Feuerwehrgebäuden. Jährlich sollen 529.000 kWh Strom erzeugt und 35.
Kitas, Schulen, Feuerwehrgebäude und weitere kommunale Immobilien: Die Stadt Trier rüstet ihre Dächer mit Solarstrom aus. Gemeinsam mit den Stadtwerken Trier setzt die Verwaltung derzeit ein Projekt um, das insgesamt acht städtische Gebäude mit neuen Photovoltaikanlagen ausstattet. Fünf davon sind bereits fertiggestellt, drei weitere sollen bis Ende September in Betrieb gehen. Das Projekt wurde 2024 vom Trierer Stadtrat beschlossen und soll künftig sowohl den städtischen Haushalt entlasten als auch einen Beitrag zum Klimaschutz leisten.
Die neuen Solaranlagen verteilen sich auf folgende kommunale Standorte in Trier:
Zusammen ergibt sich eine installierte Gesamtleistung von 561,76 Kilowatt peak. Die Anlagen am HGT-Anbau und an der Tufa sollen nach aktuellem Zeitplan Ende August fertiggestellt werden, die Egbert-Grundschule folgt planmäßig Ende September.
Nach den Berechnungen von Stadt und Stadtwerken sollen die acht Anlagen zusammen rund 529.000 Kilowattstunden Strom pro Jahr erzeugen. Zum Vergleich: Das entspricht nach der von der Stadt verwendeten Modellrechnung dem Jahresverbrauch von rund 150 Musterhaushalten mit jeweils 3.500 Kilowattstunden Verbrauch.
Der erzeugte Strom kommt dabei nicht ausschließlich den jeweiligen Gebäuden zugute. Nach den bisherigen Verbrauchsprofilen können voraussichtlich rund 353.000 Kilowattstunden direkt vor Ort in den jeweiligen Einrichtungen genutzt werden. Weitere rund 176.000 Kilowattstunden sollen über den kommunalen Bilanzkreis anderen städtischen Immobilien zugutekommen.
Neben dem Klimaschutzaspekt spielen auch wirtschaftliche Überlegungen eine zentrale Rolle. Unter Berücksichtigung der Pachtzahlungen, der Nutzung des erzeugten Stroms sowie vermiedener Netzentgelte und Umlagen erwartet die Stadt derzeit eine jährliche Entlastung des Haushalts von rund 35.000 Euro.
Baudezernent Dr. Thilo Becker machte beim Ortstermin an der Kita St. Adula in Pfalzel deutlich, dass das Projekt aus seiner Sicht Modellcharakter hat: „Mit acht Standorten und einer Gesamtleistung der Anlagen von 561,76 Kilowatt peak zeigen wir, dass sich Photovoltaik auf städtischen Dächern wirtschaftlich lohnt.“ Gleichzeitig werde die Stadt dadurch unabhängiger von Schwankungen der Energiepreise.
Bemerkenswert ist das Finanzierungsmodell hinter dem Projekt: Die Anlagen werden nicht direkt von der Stadt gekauft. Stattdessen übernehmen die Stadtwerke Trier die Investitionen, während die Stadt die Photovoltaikanlagen anschließend über eine fest vereinbarte jährliche Pacht nutzt.
Vor der Umsetzung wurden die infrage kommenden Standorte laut Verwaltung umfassend geprüft. Hochbauamt und Stadtwerke analysierten dabei unter anderem den Stromverbrauch und die Lastprofile der Gebäude, mögliche Stromerträge, die Wirtschaftlichkeit, die Statik der Gebäude, die Dachausrichtung sowie die Zugänglichkeit der Standorte. Damit sollte bereits im Vorfeld sichergestellt werden, dass sich eine Photovoltaikanlage am jeweiligen Standort wirtschaftlich sinnvoll betreiben lässt.
Eines der ersten fertiggestellten Projekte ist die Anlage auf der Kita St. Adula in Pfalzel. Die Kindertagesstätte wurde erst im September 2024 fertiggestellt und bietet Platz für 75 Kindergarten- und 24 Krippenkinder. Die dortige Photovoltaikanlage mit einer Leistung von 99,19 kWp wurde bereits am 22. Januar in Betrieb genommen. Beim Ortstermin stellten Nadir Pieper und Christine Seiler von den Stadtwerken Trier sowie Marco Wagner vom Hochbauamt die Anlage Ortsvorsteherin Margret Pfeiffer-Erdel und Baudezernent Dr. Thilo Becker vor.
Die leistungsstärkste Anlage des gesamten Projekts befindet sich auf der Fahrzeughalle der Feuerwache II – sie kommt auf eine installierte Leistung von 122,85 kWp und ist damit die größte Einzelanlage im Verbund der acht Standorte.
Neben den wirtschaftlichen Effekten nennt die Stadtverwaltung den Klimaschutz als zentrales Ziel des Projekts. Durch die acht neuen Photovoltaikanlagen soll die jährliche CO₂-Belastung rechnerisch um rund 182 Tonnen sinken. Wie hoch der tatsächliche Klimaschutzeffekt langfristig ausfällt, hängt entscheidend davon ab, welcher Anteil des erzeugten Stroms unmittelbar in den städtischen Gebäuden beziehungsweise innerhalb des kommunalen Bilanzkreises genutzt werden kann.
Für Trier ist das Projekt ein weiterer Schritt in Richtung einer klimafreundlicheren kommunalen Infrastruktur. Mit der Kombination aus Wirtschaftlichkeit und Klimaschutz könnte das Pacht-Modell gemeinsam mit den Stadtwerken auch als Blaupause für weitere Projekte auf städtischen Dächern dienen – sofern geeignete Standorte identifiziert werden können. Mehr Details zum Projekt hat lokalo.de zusammengefasst.






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