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Entdecke St. Remigius in Maring-Noviand – Eine Kirche mit Geschichte

Die Kirche St. Remigius in Maring-Noviand vereint klassizistische Architektur mit Kunstschätzen aus dem 17. bis 19. Jahrhundert.

Redaktion
·
6. September 2026
Bild ist mit Hilfe von KI generiert
Zuletzt aktualisiert: vor 3 Wochen

Ein besonderes Gotteshaus an der Mosel

Die Region rund um Trier ist reich an historischen Kirchen und Kapellen, die nicht nur Glaubensräume, sondern auch beeindruckende Zeugnisse der Baukunst und Geschichte sind. Eine davon verdient besondere Aufmerksamkeit: die Kirche St. Remigius im Ortsteil Maring des Doppelorts Maring-Noviand. Wer auf der Suche nach einem stillen, aber eindrucksvollen Ort ist, der Geschichte und Kunst vereint, wird hier fündig.

Von der Filialkirche zur bevorrechtigten Gemeinde

Streng genommen war St. Remigius keine eigenständige Pfarrkirche, sondern Filiale der im anderen Ortsteil Noviand gelegenen Kirche St. Lambertus. Innerhalb der Pfarreiengemeinschaft hatte sie jedoch stets einen bevorrechtigten Status unter den Filialkirchen und war vom Status her einer Pfarrkirche gleichgestellt. Selbst die „Kunstdenkmäler“ von 1935 führen St. Remigius als Pfarrkirche auf. Seit dem 1. Januar ist die Pfarreiengemeinschaft zur neuen Pfarrei St. Matthias Rechts und Links der Mosel verschmolzen – ein weiteres Kapitel in der langen Geschichte dieses besonderen Gotteshauses.

Klassizistischer Bau mit byzantinischen Akzenten

Der heutige Kirchbau entstand in den Jahren 1827 bis 1829 als geräumige klassizistische Hallenkirche. Was auf den ersten Blick nach nüchterner Zurückhaltung klingen mag, entpuppt sich im Inneren als wahre Augenweide. Die schöne Holzkassettendecke wurde nach römischen Vorbildern gestaltet, die Fenster dagegen nach byzantinischen Vorbildern eingebaut. Diese ungewöhnliche Kombination verleiht dem Raum eine ganz eigene Atmosphäre.

Maßgeblich zu dem lebendigen, reich ausgestatteten Inneren hat eine großangelegte Renovierung in den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts beigetragen. Seitdem präsentiert sich St. Remigius in vollem Glanz und bietet Besuchern und Gläubigen gleichermaßen viel fürs Auge.

Kunstschätze aus Jahrhunderten

Das Innere von St. Remigius beherbergt eine bemerkenswerte Sammlung kunsthistorisch bedeutsamer Ausstattungsstücke aus verschiedenen Epochen. Der Hauptaltar stammt noch aus der Erbauungszeit der Kirche, also aus dem frühen 19. Jahrhundert. Die Seitenaltäre sind jedoch deutlich älter: Der Marienaltar auf der linken Seite datiert aus dem Jahr 1730. Noch älter ist der Heilig-Kreuz-Altar auf der rechten Seite – er stammt aus dem Jahr 1601 und ist ein Werk der bekannten Trierer Bildhauerwerkstatt des Hans Ruprecht Hoffmann.

  • Kanzel aus dem 18. Jahrhundert
  • Taufbecken aus dem 17. Jahrhundert
  • Verschiedene Heiligenstatuen
  • Kreuzweg aus dem Jahr 1861
  • Wertvolle Orgel aus dem Jahr 1888 (Erbauer: Heinrich Voltmann, Klausen) mit 18 Registern

Die Orgel verdient besondere Erwähnung: Das Instrument aus dem Jahr 1888 wurde im Jahr 2012 aufwendig auf seinen Ursprungszustand zurückgeführt. Mit ihren 18 Registern ist sie ein klingendes Denkmal handwerklicher Meisterschaft.

Der Heilige Remigius – Patron und Glaubensbote

Der Kirche gibt ihr Patron, der Heilige Remigius von Reims, nicht nur seinen Namen, sondern auch eine tiefere spirituelle Prägung. Remigius war der Glaubensbote der Franken und hatte zu Weihnachten 496 König Chlodwig sowie 3.000 seiner Männer getauft. Chlodwig soll seinen Übertritt zum Christentum gelobt haben, als er die Schlacht von Zülpich gegen die Alamannen zu verlieren drohte. Der Legende nach war es Remigius selbst, der die Kapelle in Maring gründete – jene Kapelle, die dann im Jahr 1157 erstmals urkundlich erwähnt wurde.

Am Hochaltar findet sich eine Statue dieses bedeutenden Heiligen. Eine Taube auf der von ihm gehaltenen Bibel erinnert an eine weitere Legende: Bei der Taufe Chlodwigs soll das Salböl gefehlt haben, das dann von einer Taube herbeigebracht wurde.

Aktuelle Seelsorge und pastorale Einbindung

Die Pfarrstelle ist seit dem 15. Januar 2023 mit den beiden Pfarrern Bruno Comes und Dekan Peter Klauer besetzt, die das Amt des Pfarrers gemeinsam – also „in solidum“ – ausüben. Weitere Informationen zur genauen Lage der Kirche sowie weiterführende Links sind auf der Seite des Pastoralen Raums Bernkastel-Kues zu finden.

Ein Ausflugsziel für Kultur- und Geschichtsinteressierte

St. Remigius in Maring-Noviand ist weit mehr als ein Ort des Gebets. Sie ist ein lebendiges Zeugnis regionaler Kirchengeschichte, handwerklicher Kunstfertigkeit und tief verwurzelter Glaubenstradition. Wer die Region rund um Trier erkundet, sollte sich die Zeit nehmen, diese besondere Kirche zu besuchen und ihre Schätze zu entdecken. Mehr über St. Remigius erfahrt ihr auch bei lokalo.de.

Quellen


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