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Jurastudium: Wie viel Lernzeit wirklich notwendig ist

Wie viel Lernzeit braucht das Jurastudium wirklich? beck-aktuell erklärt, warum Qualität statt Stundenzahl über den Erfolg entscheidet.

Redaktion
·
16. Oktober 2026
Bild ist mit Hilfe von KI generiert
Zuletzt aktualisiert: vor 5 Stunden

Lernzeit im Jurastudium: Keine reine Stundenfrage

Wie viel Zeit sollten Jurastudierende wöchentlich in ihr Studium investieren? Dieser Frage widmet sich Prof. Dr. Susanne Hähnchen in ihrer Ratgeberkolumne „Kompass Karriere“ bei beck-aktuell. Ihre zentrale These: Der Lernerfolg hängt nicht in erster Linie von der investierten Stundenzahl ab, sondern von Lerntyp und Qualität des Lernens. Eine selbstkritische Analyse der eigenen Lernmethoden sei dafür notwendig, werde aber weder in der Schule noch an der Universität ausreichend unterstützt, schreibt Hähnchen.

Wie beck-aktuell berichtet, empfiehlt die Autorin aktive statt rein passive Lernmethoden. Es reiche nicht, nur zuzuhören oder zu lesen – wichtig sei etwa das Erstellen eigener Materialien sowie das aktive Trainieren der Fähigkeit, Gelerntes auf neue Fälle anzuwenden.

Studium als Vollzeitaufgabe

Nach Angaben von Hähnchen ist das Studium grundsätzlich als Vollzeitaufgabe konzipiert. Während der Vorlesungszeit nähmen die Veranstaltungen selbst etwa elf bis vierzehn Einheiten à 90 Minuten in Anspruch, zusammen mit Pausen rund 25 Stunden pro Woche. Die verbreitete Empfehlung, zusätzlich noch einmal denselben Umfang an Eigenstudium zu investieren, hält die Autorin für unrealistisch – das würde mehr als eine normale Vollzeittätigkeit bedeuten. Vor der eigentlichen Examensvorbereitung sei übertriebener Einsatz nicht sinnvoll, da Studienleistungen ohnehin nicht in die Examensnote einfließen und Kraftreserven für den späteren Endspurt wichtig seien.

Hähnchen weist zudem darauf hin, dass nicht alle Studierenden die finanziellen oder zeitlichen Voraussetzungen für ein durchgehend intensives Studium haben. Wer diese Voraussetzungen nicht erfülle, solle sich notfalls bewusst mehr Semester Zeit nehmen, anstatt um jeden Preis einen frühen Abschluss anzustreben.

Kontinuierliches Lernen statt Kurzzeit-Pauken

Ein häufiger Fehler sei es, erst wenige Wochen vor Klausuren mit intensivem Lernen zu beginnen. Dieses sogenannte „Bulimie-Lernen“ funktioniere spätestens im Examen nicht mehr, so die Autorin. Die inzwischen übliche zweijährige Examensvorbereitung sei nicht zwingend notwendig, wenn kontinuierlich gelernt werde – zudem reduziere das den Stress vor Klausuren.

Langfristig lasse sich nach Einschätzung Hähnchens nicht mehr als etwa sechs Stunden täglich konzentriert lernen, freie Tage zur Erholung des Gehirns seien notwendig. Sie selbst habe sich in der eigenen Examensvorbereitung an einen festen Lernplan von fünfmal sechs Stunden pro Woche gehalten, daneben aber bewusst Sport, Hobbys, Arbeit sowie Zeit mit Familie und Freunden eingeplant.

Abschließend betont die Autorin die Bedeutung von Ehrlichkeit gegenüber sich selbst, was die tatsächlich investierte Lernzeit und deren Qualität angeht. Reines „Absitzen“ von Vorlesungen oder Bibliothekszeit ohne echten Lernfortschritt bringe wenig – entscheidend sei, wie effizient die verfügbare Zeit genutzt werde.

Quellen



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