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Landesehrenpreis für Genusshandwerk: Hochschule Trier war mit dabei

Landesehrenpreis für Genusshandwerk in Trier: Hochschule Trier war beteiligt, während die Handwerkskammer Trier steigende Kosten im Nahrungsmittelhandwerk…

Redaktion
·
14. Oktober 2026
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Zuletzt aktualisiert: vor 1 Stunde

Auszeichnung für Qualität aus der Region

Beim Landesehrenpreis 2026 für das Genusshandwerk stand Trier im Mittelpunkt: Die Auszeichnung wurde beim Foodfestival „Porta Locals“ in Trier verliehen. Wie die Redaktion von wirtschaft.eifel.info berichtet, ging der vom Landeswirtschaftsministerium vergebene Preis gleich sechs Mal an mittelständische Betriebe aus der rheinland-pfälzischen Eifel. Der Landesehrenpreis gilt als hochkarätige Auszeichnung für Qualität und Leistung im Lebensmittelhandwerk und rückt damit die Betriebe der Region in ein besonderes Licht.

Mit dabei war auch die Hochschule Trier. Nach eigenen Angaben der Hochschule vertraten Prof. Dr. Enrico Careglio und Prof. Dr. Christina Heidt aus der Fachrichtung Lebensmitteltechnik die Hochschule Trier am 20. September 2026 beim Landesehrenpreis im Genusshandwerk in Trier. Die Beteiligung der Hochschule unterstreicht, dass wissenschaftliche Expertise und praktisches Handwerk im Bereich Lebensmittel in der Region eng miteinander verbunden sind.

Genusshandwerk als Aushängeschild – aber mit Schattenseiten

Der Begriff „Genusshandwerk“ steht für jene Betriebe, die Lebensmittel mit Sorgfalt, handwerklichem Können und regionalem Bezug herstellen – von Bäckereien bis zu spezialisierten Manufakturen. Dass dieses Handwerk eine große Bühne bekommt, zeigt der Landesehrenpreis eindrücklich. Doch die wirtschaftliche Realität der Branche sieht differenzierter aus, wie aktuelle Zahlen der Handwerkskammer Trier belegen.

Laut der Herbstumfrage der Handwerkskammer Trier, über die wirtschaft.eifel.info berichtet, hat sich die Stimmung im Handwerk der Region Trier insgesamt spürbar verbessert: 86,2 Prozent der Betriebe bewerten ihre Geschäftslage als gut oder befriedigend, im Frühjahr waren es noch 76,5 Prozent. Grundlage der Umfrage sind Rückmeldungen von 390 Handwerksbetrieben mit insgesamt knapp 10.627 Beschäftigten. Der Geschäftsklimaindikator liegt mit 107 Punkten jedoch leicht unter dem Vorjahreswert von 109 Punkten – von einem durchgreifenden Aufschwung kann demnach noch keine Rede sein.

Besonders deutlich zeigt sich die Branchenvielfalt beim Blick auf einzelne Gewerke. Während Bauhaupt- und Ausbaugewerbe mit jeweils rund 105 Punkten robust dastehen und personenbezogene Dienstleistungen mit 120,2 Punkten sogar am besten abschneiden, fällt das Nahrungsmittelhandwerk deutlich ab: Der Geschäftsklimaindikator sank dort innerhalb eines Jahres von 105 auf lediglich 76,3 Punkte. Gerade jene Betriebe, die mit ihrem Genusshandwerk beim Landesehrenpreis gefeiert werden, kämpfen wirtschaftlich also mit erheblichem Gegenwind.

Kostendruck bremst die Erholung

Als größte Herausforderung für das Handwerk in der Region Trier nennt die Handwerkskammer die Kostenentwicklung. Laut der Herbstumfrage berichten 72,3 Prozent der Betriebe von gestiegenen Einkaufspreisen – im Herbst 2025 lag dieser Wert noch bei 50,8 Prozent. Eine Entspannung ist nicht in Sicht: Knapp 70 Prozent der befragten Betriebe rechnen in den kommenden Monaten mit weiteren Preissteigerungen, und fast 45 Prozent erwarten in der Folge auch steigende Verkaufspreise für ihre Kunden.

Auch bei Umsatz und Beschäftigung zeigt sich ein gemischtes Bild. Fast die Hälfte der Betriebe (47,8 Prozent) meldet unveränderte Umsätze, jeder vierte verzeichnet Zuwächse, während 28,8 Prozent von Rückgängen berichten. Bei der Beschäftigtenzahl hat sich bei 72,5 Prozent der Betriebe nichts verändert, 12,6 Prozent haben zusätzliches Personal eingestellt, 15 Prozent mussten Stellen abbauen. Für die kommenden Monate planen laut Umfrage nur noch 7,9 Prozent der Betriebe einen weiteren Beschäftigungsaufbau – ein Hinweis darauf, dass viele Betriebe trotz verbesserter Stimmung vorsichtig bleiben.

HWK-Geschäftsführer Dr. Matthias Schwalbach bringt die Lage auf den Punkt: „Das Handwerk in der Region Trier steht wieder fester auf den Beinen. Trotzdem bleibt die Handbremse angezogen: Hohe Kosten und anhaltende Unsicherheit halten viele Betriebe davon ab, durchzustarten. Das Handwerk braucht verlässliche wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen, damit aus der Stabilisierung wieder nachhaltiges Wachstum entstehen kann.“

Fazit: Anerkennung trifft auf wirtschaftliche Herausforderungen

Der Landesehrenpreis für das Genusshandwerk zeigt, welchen Stellenwert handwerkliche Qualität und regionale Produkte in Trier und der Eifel genießen – unterstützt auch durch die fachliche Expertise der Hochschule Trier. Gleichzeitig macht die aktuelle Herbstumfrage der Handwerkskammer deutlich, dass gerade das Nahrungsmittelhandwerk wirtschaftlich unter Druck steht. Steigende Einkaufspreise, vorsichtige Personalplanung und ein im Vergleich zu anderen Gewerken schwächerer Geschäftsklimaindikator zeigen: Der Weg vom gefeierten Genusshandwerk zu nachhaltigem wirtschaftlichem Erfolg bleibt für viele Betriebe in der Region Trier eine Herausforderung.

Quellen


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