
Der Trierer Weihnachtsmarkt bekommt ab 2027 einen neuen Veranstalter. Die Stadt Trier startet eine öffentliche Ausschreibung und setzt dabei auf hohe…
Der Trierer Weihnachtsmarkt gehört seit Jahren zu den bekanntesten und beliebtesten Weihnachtsmärkten Deutschlands – und steht nun vor einem bedeutenden Wechsel: Die Stadtverwaltung Trier sucht ab 2027 einen neuen Betreiber für das traditionsreiche Marktgeschehen auf dem Hauptmarkt und dem Domfreihof. Hintergrund ist die Kündigung des bisherigen Veranstalters, der Arbeitsgemeinschaft Trierer Weihnachtsmarkt mit der Familie Bruch, die den seit 1987 bestehenden Vertrag zum Jahresende 2026 aufgelöst hat. Der diesjährige Weihnachtsmarkt wird damit letztmalig von der Arbeitsgemeinschaft organisiert.
Der Weihnachtsmarkt in Trier ist weit mehr als nur ein lokales Highlight: 2024 wurde er von der Reiseplattform European Best Destinations als „Bester Weihnachtsmarkt in Deutschland“ ausgezeichnet. International erreichte er den elften Platz der schönsten Weihnachtsmärkte Europas und erhielt zusätzlich den Titel des „romantischsten Weihnachtsmarkts der Welt“. Diese Auszeichnungen unterstreichen die enorme Bedeutung des Marktes – nicht nur für Trier selbst, sondern auch für den Tourismus in der gesamten Region.
Kein Wunder also, dass die Stadt bei der Suche nach einem neuen Veranstalter hohe Maßstäbe anlegt und das Verfahren sorgfältig vorbereitet. Mit der öffentlichen Ausschreibung soll sichergestellt werden, dass der hohe Qualitätsstandard langfristig gesichert und der Markt gleichzeitig weiterentwickelt werden kann.
Die Stadtverwaltung hat für das Vergabeverfahren ein umfangreiches Leistungsverzeichnis erarbeitet. Darin werden konkrete Anforderungen an die fachliche, wirtschaftliche und persönliche Eignung der Bewerberinnen und Bewerber festgelegt – ebenso wie an die Gestaltung und Organisation des Marktes selbst. Die Stadt sucht ausdrücklich einen professionellen, leistungsfähigen und erfahrenen Veranstalter.
Dabei legt Trier besonderen Wert auf den Erhalt des charakteristischen Erscheinungsbildes: Der Markt soll familienfreundlich und rustikal bleiben. Auf auffällige Partybeleuchtung wird auch künftig verzichtet, um den typischen Charakter des Weihnachtsmarktes zu bewahren und einen Jahrmarktscharakter zu vermeiden. Dezernent Markus Nöhl bringt es auf den Punkt: „Wir haben einen sehr guten Weihnachtsmarkt, der sowohl viele Touristinnen und Touristen aber auch die Triererinnen und Trier sowie Menschen aus der Region anzieht. Es ist wichtig, einen guten Partner für die Ausrichtung des Marktes ab 2027 zu finden, der ihn auch weiterentwickeln kann.“
Neben dem Erhalt des Bewährten bietet die Ausschreibung auch Raum für Neues. So kann künftig auch der Brunnenhof bespielt werden – vorausgesetzt, das eingereichte Konzept unterscheidet sich markant vom Angebot auf Hauptmarkt und Domfreihof. Eine weitere geplante Neuerung: Der Markt auf dem Domfreihof und gegebenenfalls im Brunnenhof soll bis zum 6. Januar laufen. Damit möchte die Stadt die erfahrungsgemäß veranstaltungsarme Zeit zu Jahresbeginn beleben und den Weihnachtsmarkt als touristischen Anziehungspunkt weiter stärken.
Bei der Auswahl des neuen Betreibers spielt die Qualität des eingereichten Konzepts die zentrale Rolle. Konkret fließen die einzelnen Kriterien wie folgt in die Gesamtbewertung ein:
Fast die Hälfte der Gesamtbewertung entfällt damit auf die inhaltliche Ausgestaltung des Marktes – ein klares Signal, dass Trier nicht nur einen Organisator, sondern einen kreativen und qualitätsbewussten Partner sucht.
Die Stadt hat für das Vergabeverfahren einen ambitionierten Zeitplan aufgestellt. Bereits am 11. September – vorbehaltlich der Zustimmung des Stadtrats – soll die Ausschreibung veröffentlicht werden. Interessierte Veranstalter können ihre Angebote bis Mitte November einreichen. Anfang Dezember soll dann der Zuschlag erteilt werden – sodass der neue Betreiber ausreichend Zeit hat, sich auf den Weihnachtsmarkt 2027 vorzubereiten.
Für die Vorbereitung und Begleitung des Verfahrens wurde eine gemeinsame Projektgruppe der Dezernate III und V eingerichtet. Zusätzlich plant die Stadt, externe Sachverständige hinzuzuziehen. Der Vertrag mit dem neuen Betreiber soll zunächst für fünf Jahre ab 2027 gelten, mit der Option auf eine Verlängerung um weitere zwei Jahre.
Dezernent Nöhl zeigt sich optimistisch, rechtzeitig den richtigen Partner zu finden: Mit der Ausschreibung würden gezielt Profis angesprochen, die den Anforderungen eines solchen Großevents gewachsen sind. Weitere Details zur Ausschreibung sind in der offiziellen Ausschreibungsunterlage der Stadt Trier einsehbar.
Der Trierer Weihnachtsmarkt steht an einem Wendepunkt – und die Stadt nutzt diesen Moment bewusst, um ihn nicht nur zu erhalten, sondern weiterzuentwickeln. Mit einem transparenten Vergabeverfahren, klaren Qualitätskriterien und der Offenheit für neue Konzepte wie den Brunnenhof oder einen verlängerten Marktbetrieb bis ins neue Jahr zeigt Trier, dass man den Ausnahmecharakter des Marktes ernst nimmt. Für Besucher aus Trier und der gesamten Region bleibt zu hoffen, dass ab 2027 ein würdiger Nachfolger das Erbe der Familie Bruch antritt – und den Trierer Weihnachtsmarkt noch ein Stück weit strahlender macht.






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