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Pilzsaison 2026 droht auszufallen – Experte aus der Vulkaneifel schlägt Alarm

Die Pilzsaison 2026 in Rheinland-Pfalz droht auszufallen. Ein Experte aus der Vulkaneifel erklärt, warum Trockenheit den Pilzen so stark schadet und was jetzt…

Redaktion
·
22. August 2026
Bild ist mit Hilfe von KI generiert
Zuletzt aktualisiert: vor 1 Monat

Trockenheit bedroht die Pilzsaison in Rheinland-Pfalz

Pilzsammlerinnen und Pilzsammler in der Region müssen sich in diesem Jahr auf eine bittere Enttäuschung einstellen: Die Pilzsaison 2026 droht weitgehend auszufallen. Nach Wochen anhaltender Trockenheit sind die Aussichten auf volle Körbe in Rheinland-Pfalz denkbar schlecht. Das berichten Pilzsachverständige aus der Region, die die Lage mit großer Sorge beobachten.

Klaus Rödder, Pilzsachverständiger aus der Vulkaneifel, bringt es auf den Punkt: „Es kann auch sein, dass die Pilzsaison ganz ausfällt.“ Eine verlässliche Prognose sei derzeit kaum möglich. Entscheidend sei, ob und wie viel es in den kommenden Wochen regnen werde. Einzelne Schauer reichten dabei nicht aus – was die Pilze bräuchten, sei andauernder Regen über mehrere Wochen. Für Anfang September bereits geplante Pilzwanderungen hat Rödder vorsorglich abgesagt.

Was unter der Erde passiert – das Myzel als Schlüssel

Um zu verstehen, warum Trockenheit den Pilzen so stark zusetzt, lohnt ein Blick unter die Erdoberfläche. Was wir als Steinpilz, Pfifferling oder Champignon kennen, ist lediglich der sichtbare Fruchtkörper. Der eigentliche Pilz lebt als weit verzweigtes Geflecht im Boden, das sogenannte Myzel. Dieses unterirdische Netzwerk ist die Grundlage für alles, was später an der Oberfläche sichtbar wird.

Pilzsachverständiger Dr. Till Panter aus Rheinhessen schätzt, dass Pilze unter der Trockenheit sogar noch stärker leiden als Bäume. Ob das Myzel durch die extreme Trockenheit dieses Jahres bereits dauerhaft beschädigt wurde, sei den Experten zufolge derzeit noch unklar. Das macht eine Prognose für die kommenden Wochen besonders schwierig.

Zwei Bedingungen müssen zusammenkommen

Für das Wachstum von Pilzfruchtkörpern müssen zwei Voraussetzungen gleichzeitig erfüllt sein. Zunächst braucht das Myzel dauerhaft niedrige Temperaturen – insbesondere kühle Nächte. Sie geben gewissermaßen den Startschuss für die Fruchtkörperbildung. Ist diese Bedingung erfüllt, muss der Boden zusätzlich anhaltend feucht sein, damit die Pilze überhaupt wachsen können.

Fehlt eine der beiden Voraussetzungen, bleibt der Boden leer. Stimmen dagegen beide Bedingungen, können innerhalb von bis zu zwei Wochen Pilze erscheinen. In diesem Jahr mangelt es bislang vor allem an der nötigen Bodenfeuchtigkeit – und damit an einer der wesentlichen Grundlagen für eine erfolgreiche Saison.

Noch nicht alle Hoffnung verloren

Ganz ausgeschlossen ist eine Erholung der Saison nicht. Sollte es in den kommenden rund eineinhalb Monaten ausreichend und vor allem dauerhaft regnen, könnte sich das Pilzmyzel erholen und noch Fruchtkörper bilden. „Wenn es so bleibt, wird man wenig bis gar nichts finden“, sagt Panter mit Blick auf die bisherige Wetterlage. Selbst bei günstigem Wetter werde es wohl keine gute Pilzsaison mehr geben. Wie sich die Situation entwickle, könne sich jedoch von Region zu Region unterscheiden.

Immerhin: Bei Steinpilzen besteht noch eine gewisse Restchance. Panter zufolge könnten diese noch im September oder Oktober erscheinen – vorausgesetzt, Temperatur und Feuchtigkeit stimmen dann. Mit Pfifferlingen in Rheinhessen rechnet er in diesem Jahr hingegen nicht mehr.

Symbiose mit Bäumen macht Pilze besonders verwundbar

Steinpilze und Pfifferlinge leben in enger Symbiose mit Bäumen und sind deshalb besonders anfällig für Umwelteinflüsse. Sie sind nicht nur auf geeignete Bedingungen im Boden angewiesen, sondern auch auf den Zustand ihres jeweiligen Partnerbaums. Leidet dieser unter der Trockenheit, wirkt sich das direkt auf den Pilz aus – eine doppelte Belastung, die die ohnehin angespannte Lage zusätzlich verschärft.

Pilzsaison verschiebt sich immer weiter in den Herbst

Was in diesem Jahr besonders dramatisch wirkt, ist in abgeschwächter Form bereits seit Jahren zu beobachten. Nach Einschätzung der Sachverständigen wachsen viele Pilzarten inzwischen später als früher. Typische Sommerpilze seien bereits in den vergangenen Jahren weitgehend ausgeblieben. Stattdessen verschiebe sich die Pilzsaison zunehmend in Richtung November.

Auf die klassischen Zeitangaben aus Pilzbüchern und Ratgebern sei deshalb immer weniger Verlass. „Pilze halten sich schon lange nicht mehr an die Zeiten aus den Lehrbüchern“, stellt Klaus Rödder aus der Vulkaneifel nüchtern fest. Für Pilzbegeisterte in der Region Trier und der Eifel bedeutet das: Geduld ist gefragt – und ein aufmerksamer Blick auf den Wetterbericht in den kommenden Wochen.

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