
Das Wechselwerk an der Tufa Trier feierte Premiere: Neue Interimsbühne für das Theater mit 388 Sitzplätzen, moderner Technik und flexibler Nutzung.
Trier hat eine neue Bühne: Am Samstag, den 10. Oktober, feierte das Wechselwerk mit dem Schauspiel „Wir sind noch einmal davongekommen“ von Thornton Wilder seine Premiere. Der Neubau direkt an der Tufa dient dem Theater Trier während der Sanierung des Stammhauses als Interimsspielstätte und soll anschließend den 36 Mitgliedsvereinen der Tufa zur Verfügung stehen. Am Sonntag, dem 18. Oktober, folgte die offizielle Eröffnungsfeier.
Wie RTL Radio berichtet, liefen die letzten Arbeiten am Gebäude bis kurz vor der Premiere auf Hochtouren. Auch der SWR bestätigte bei einem Presserundgang kurz vor der Eröffnung, dass bis zur Premiere nur noch Kleinigkeiten fertiggestellt werden mussten.
Das Wechselwerk bietet mit einer Saalfläche von rund 260 Quadratmetern für den Zuschauerraum und etwa 165 Quadratmetern Bühnenfläche Platz für 388 Sitz- oder 600 Stehplätze. Damit übertrifft der Neubau die bisherigen Kapazitäten der Tufa deutlich: Der bisherige Große Saal fasste maximal 247 Sitz- beziehungsweise 397 Stehplätze, der Kleine Saal kam auf höchstens 92 Sitz- oder 173 Stehplätze.
Ein zentrales Merkmal der neuen Bühne ist ihre Flexibilität. Anders als bei einem klassischen Theater befindet sich unter der Bühne kein Unterbau, da sie aus einzelnen, herausnehmbaren Podesten besteht. Der SWR hielt bei seinem Rundgang zudem fest, dass im Vergleich zu einem klassischen Theaterbau weniger Bühnentechnik verbaut wurde; zwei Fahrstege oberhalb der Bühne ermöglichen dennoch den Zugang zu jedem Punkt der Decke. Diese Konstruktion erlaubt es, den Saal nach der Theaternutzung für andere Veranstaltungen und Produktionen der Tufa-Vereine umzubauen.
Kulturdezernent Markus Nöhl hob laut RTL Radio hervor, dass rund 50 Gewerke am Bau beteiligt waren, von denen 80 Prozent aus einem Umkreis von 100 Kilometern beauftragt wurden. Oberbürgermeister Wolfram Leibe bezeichnete die Fertigstellung des Wechselwerks als „essenziellen Baustein für die Theatersanierung“. Anders als bei vielen vergleichbaren Projekten, bei denen Theater während ihrer Restaurierung in großen Zelten ausweichen, sei mit dem Wechselwerk eine nachhaltigere Lösung entstanden, so Leibe weiter.
Tufa-Leiterin Jana Schröder sprach laut RTL Radio von einer „tollen Aussicht“ und einer „großen Chance“ für die Vereine, die künftig von den deutlich erweiterten Kapazitäten profitieren. Theaterintendant Lajos Wenzel zog nach ersten Proben in dem neuen Saal ein positives Fazit zur Akustik: Der Raum funktioniere sehr gut fürs Schauspiel und ermögliche Kunst, ohne selbst in Konkurrenz zu ihr zu treten. Bei der Akustikplanung wurde den Angaben zufolge besonders auf den Schallschutz zu den Nachbarn geachtet.
Elli Classen, Leiterin des Amtes für Stadtkultur, und Christoph Klüsserath von den Stadtwerken Trier, die gemeinsam die Projektleitung des Großprojekts innehatten, bestätigten, dass der Bau voll im Zeitplan lag. Der SWR dokumentierte bei seinem Presserundgang zudem, dass sich im Obergeschoss des Neubaus die Garderoben für die Schauspielerinnen und Schauspieler befinden.
Neben dem Neubau wurden im Zuge des Projekts auch Teile des Tufa-Altbaus vorgezogen saniert. Dazu zählen das verbindende Treppenhaus zwischen Tufa und Wechselwerk, die Restaurierung der Außenfassade sowie die Modernisierung der Sicherheitseinrichtungen im Bestandsgebäude. Nach der Wiedereröffnung des sanierten Theaters soll der weitere Sanierungsstau im Altbau abgebaut werden – dabei geht es unter anderem um Barrierefreiheit, die sanitären Anlagen, die Technik sowie den Boden und die Bestuhlung im heutigen Großen Saal.
Die Gesamtkosten des Projekts beliefen sich laut RTL Radio auf 17 Millionen Euro. Davon entfielen 13,3 Millionen Euro auf den Neubau des Wechselwerks und 2,8 Millionen Euro auf die vorgezogene Sanierung des Bestandsgebäudes. Das Land förderte den Neubau mit 7,4 Millionen Euro.
Mit der Premiere von „Wir sind noch einmal davongekommen“ und der anschließenden Eröffnungsfeier hat das Theater Trier damit eine funktionsfähige Ausweichspielstätte für die Dauer der Sanierung seines Stammhauses erhalten. Für die Tufa-Vereine bedeutet der Neubau langfristig deutlich größere Kapazitäten für künftige Veranstaltungen.






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