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Ruderweltmeister aus Bernkastel: Aron Schäfer träumt von Olympia

Aron Schäfer aus Bernkastel wurde U19-Weltmeister im Rudern und stellte eine Weltbestzeit auf. Jetzt träumt der Mosel-Talent von Olympia.

Redaktion
·
6. September 2026
Bild ist mit Hilfe von KI generiert
Zuletzt aktualisiert: vor 3 Wochen

Ein Talent aus der Moselregion schreibt Geschichte

Die Mosel bei Bernkastel – ein schmales Boot gleitet übers Wasser, darin sitzt eines der größten Talente im deutschen Rudersport: Aron Schäfer. Was vor rund fünf Jahren als entspanntes Hobby begann, hat sich zu einer eindrucksvollen Erfolgsgeschichte entwickelt. Der junge Athlet aus Bernkastel hat sich in kurzer Zeit an die Spitze des internationalen Rudersports vorgearbeitet – und das mit einer Leidenschaft und Zielstrebigkeit, die selbst erfahrene Trainer beeindruckt.

Zum Rudern kam Schäfer über Freunde in seinem Verein in Bernkastel. Zuvor hatte er lange Judo gemacht. „Am Anfang hat es mir Spaß gemacht, einfach in einem Boot auf der Mosel herumzufahren. Das fand ich eigentlich ganz cool“, erzählt er. Doch schnell wurde klar: Rudern ist für Aron Schäfer weit mehr als ein Freizeitvergnügen.

Talent trifft auf Leidensfähigkeit

Was Aron Schäfer von vielen anderen Athleten unterscheidet, ist nicht allein sein natürliches Talent. Es ist seine außergewöhnliche Fähigkeit, sich an die absolute Schmerzgrenze zu treiben – und darüber hinauszugehen. Sein Trainer Gordon Hanso weiß das besser als jeder andere. Auf einem Trainingsvideo ist zu sehen, wie sich Schäfer auf einer Rudermaschine in einer Trainingshalle verausgabt.

„Da kann sich Aron besonders abschießen, und danach ist der Ofen so komplett aus. Er muss dann auch mal aufgefangen werden, weil dann gar nichts mehr geht“, sagt Hanso. Über diese absolute Grenze hinauszugehen, schaffe nicht jeder. Trainer Hanso begleitete seinen Schützling nicht nur beim täglichen Training, sondern war auch bei der Ruder-WM in Bulgarien an seiner Seite – und erlebte dort einen historischen Moment.

Gold und Weltbestzeit in Bulgarien

Im August 2026 wurde Aron Schäfer in Bulgarien U19-Weltmeister – mit dem deutschen gemischten Ruderachter, einer Bootsklasse, in der Frauen und Männer gemeinsam starten. Die Crew holte dabei nicht nur Gold, sondern stellte auch eine Weltbestzeit auf. Ein Ergebnis, das den jungen Athleten aus Bernkastel auf einen Schlag international bekannt machte.

„So ein Rennen ist schon sehr anstrengend“, sagt Schäfer rückblickend. „Aber dann habe ich auch realisiert, was ich da gerade wirklich erreicht habe.“ Dieser Moment der Erkenntnis, mitten im Triumph, beschreibt den Charakter des Sportlers treffend: fokussiert, reflektiert und mit beiden Beinen auf dem Boden.

Wenige Wochen vor dem WM-Triumph hatte Schäfer bereits eine weitere Glanzleistung gezeigt: Gemeinsam mit seinem Partner Jan Bornemann wurde er im Doppelzweier Vize-Europameister. Innerhalb kürzester Zeit sammelte der Bernkasteler damit zwei Medaillen auf internationalem Spitzenniveau – eine bemerkenswerte Bilanz für einen Athleten seines Alters.

Der Verein und sein erster Weltmeister

Für den Bernkasteler Ruderverein ist Aron Schäfer eine besondere Persönlichkeit: Er ist der erste Weltmeister in der Vereinsgeschichte. Das macht ihn zu einer Ausnahmeerscheinung – nicht nur für den Sport in der Region Trier, sondern für den gesamten deutschen Rudersport. Die Mosel, an der er einst einfach nur herumfahren wollte, ist heute die Kulisse für das Training eines Champions.

Mehr über den Weg von Aron Schäfer zum U19-Weltmeister berichtet der SWR ausführlich in seinem Porträt über den Bernkasteler Ruderer.

Abitur, Bundespolizei und der Blick nach vorne

Nächstes Jahr steht für Aron Schäfer zunächst das Abitur auf dem Plan. Doch parallel dazu denkt er bereits intensiv über seine sportliche Zukunft nach. Eine konkrete Option ist das Spitzensportler-Programm der Bundespolizei. Dort könnte er sich in den kommenden Jahren vollständig auf den Leistungssport konzentrieren – eine Perspektive, die vielen Spitzensportlern in Deutschland den Weg zu internationalen Erfolgen geebnet hat.

Sein großes Ziel ist dabei klar formuliert, auch wenn er es mit der nötigen Bodenhaftung benennt: „Das wäre schon ein riesen Traum, irgendwann mal bei Olympia zu stehen“, sagt Schäfer. „Aber auch wenn es das nicht wird, ist für mich die Priorität, einfach weiterhin Spaß zu haben. Neue Leute kennenzulernen und einfach schöne weitere Momente zusammen zu erleben.“

Diese Haltung – ambitioniert und gleichzeitig geerdet – macht Aron Schäfer zu einem Sportler, dem man seine Entwicklung mit großer Spannung verfolgen kann. Trainer Gordon Hanso, der ihn von Anfang an begleitet hat, soll auch in Zukunft an seiner Seite bleiben. Ein eingespieltes Team, das gemeinsam noch einiges vorhat.

Vorbild für eine ganze Region

Für die Region Trier und das Moseltal ist Aron Schäfer längst mehr als nur ein erfolgreicher Sportler. Er steht exemplarisch dafür, was möglich ist, wenn Talent auf harte Arbeit und die richtigen Rahmenbedingungen trifft. Ein junger Mann, der am Ufer der Mosel mit dem Rudern begann – und heute mit einer Goldmedaille und einer Weltbestzeit im Gepäck von Olympia träumt. Wer seine Geschichte kennt, darf diesen Traum durchaus für realistisch halten.

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