
Das Shamonda-Virus breitet sich bei Rindern in der Region Trier aus – besonders Eifelkreis und Bernkastel-Wittlich sind betroffen.
Ein Virus, das ursprünglich aus Afrika und Japan bekannt ist, sorgt in diesem Sommer erstmals in Mitteleuropa für Aufsehen: Das Shamonda-Virus hat sich in Rheinland-Pfalz und damit auch in der Region Trier ausgebreitet. Besonders betroffen ist die Eifel, wo zahlreiche Rinderbetriebe positive Testergebnisse verzeichnen. Für Tierhalter in der Region ist das ein ernstes Signal – auch wenn der Verlauf der Erkrankung in den meisten Fällen glimpflich ausgeht.
Laut dem Landesuntersuchungsamt Rheinland-Pfalz wurden im Eifelkreis bislang 57 infizierte Rinder nachgewiesen. Im Kreis Bernkastel-Wittlich sind es 23 bestätigte Fälle. Darüber hinaus gibt es auch im Vulkaneifelkreis und im Landkreis Trier-Saarburg Nachweise des Virus. Die Ausbreitung macht damit vor keiner Kreisgrenze halt und betrifft gleich mehrere Landkreise rund um Trier.
Landesweit wurden laut Landesuntersuchungsamt bislang insgesamt 62 Bestände in Rheinland-Pfalz positiv auf das Shamonda-Virus getestet. Neben den Kreisen in der Region Trier sind auch Betriebe im Rhein-Lahn-Kreis, im Rhein-Hunsrück-Kreis, im Kreis Altenkirchen, im Kreis Mayen-Koblenz, im Donnersbergkreis sowie im Kreis Mainz-Bingen betroffen. Das Virus hat sich damit bereits über weite Teile des Bundeslandes verbreitet.
Das Shamonda-Virus wird durch Mücken übertragen. Bei erkrankten Rindern zeigen sich typische Symptome wie Fieber, Durchfall und ein Rückgang der Milchleistung. Nach aktuellem Stand erholen sich die Tiere in der Regel relativ schnell und der Verlauf bleibt meist mild. Dennoch sollten Tierhalter die Situation ernst nehmen und ihre Bestände aufmerksam beobachten.
Besonders aufhorchen lässt ein Hinweis der Behörden: Das gesamte Ausmaß der Infektionswelle könnte sich erst in einigen Monaten zeigen – nämlich dann, wenn die nächsten Kälber zur Welt kommen. Welche Folgen das Virus möglicherweise für den Nachwuchs hat, ist derzeit noch Gegenstand der Forschung.
Das Shamonda-Virus beschränkt sich nicht nur auf Rinder. In der vergangenen Woche wurde das Virus auch bei einem rheinland-pfälzischen Alpaka nachgewiesen. Das erkrankte Tier konnte nicht aufstehen, zitterte stark und wies eine Untertemperatur auf. Inzwischen ist das Tier laut Landesuntersuchungsamt wieder genesen.
Noch bemerkenswerter ist ein weiterer Fall: In der zweiten Augusthälfte wurde ein totes rheinland-pfälzisches Pferd positiv auf das Shamonda-Virus getestet. Damit handelt es sich laut den Behörden um den ersten Nachweis des Shamonda-Virus bei einem Pferd in Deutschland überhaupt – ein Befund, der die Wissenschaft und Veterinärbehörden besonders beschäftigt.
Eine beruhigende Botschaft gibt es für die Bevölkerung: Nach aktuellem Stand besteht für Menschen keine Gefahr durch das Shamonda-Virus. Die Erkrankung betrifft ausschließlich Tiere, und eine Übertragung auf den Menschen ist nach jetzigem Kenntnisstand nicht bekannt.
Dennoch appellieren die Veterinärämter an alle Tierhalter, wachsam zu bleiben. Wer ungewöhnliche Krankheitszeichen in seinen Beständen beobachtet – sei es bei Rindern, Pferden oder anderen Tieren – sollte umgehend einen Tierarzt hinzuziehen. Frühzeitiges Handeln kann dazu beitragen, die Ausbreitung einzudämmen und betroffenen Tieren schnell zu helfen.
Das Shamonda-Virus war in Europa bislang nicht heimisch. Es kommt eigentlich in Afrika und Japan vor und ist in diesem Sommer erstmals in Mitteleuropa aufgetreten. Neben Rheinland-Pfalz verzeichnet auch Baden-Württemberg eine erhebliche Ausbreitung des Virus – allein in Oberschwaben und am Bodensee sind demnach rund 130 Rinderbetriebe betroffen.
Warum das Virus nun erstmals in Mitteleuropa vorkommt, ist noch nicht abschließend geklärt. Die Übertragung durch Mücken legt nahe, dass klimatische Veränderungen und veränderte Mückenpopulationen eine Rolle spielen könnten – doch das bleibt derzeit Spekulation. Sicher ist: Die Behörden beobachten die Lage genau und informieren fortlaufend über neue Entwicklungen.
Für Landwirte und Tierhalter in der Region Trier, der Eifel und den umliegenden Kreisen gilt aktuell erhöhte Aufmerksamkeit. Die wichtigsten Empfehlungen der Veterinärämter im Überblick:
Wer auf dem Laufenden bleiben möchte, findet aktuelle Informationen zur Lage in der Region beim SWR Aktuell. Antenne Trier berichtet weiter über die Entwicklungen in unserer Region und hält euch auf dem neuesten Stand.






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