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Shamonda-Virus im Landkreis Bernkastel-Wittlich: Was Tierhalter jetzt wissen müssen

Das Shamonda-Virus wurde erstmals im Landkreis Bernkastel-Wittlich nachgewiesen – 22 Rinder sind betroffen.

Redaktion
·
8. September 2026
Bild ist mit Hilfe von KI generiert
Zuletzt aktualisiert: vor 3 Wochen

Erstmals Shamonda-Virus im Landkreis Bernkastel-Wittlich nachgewiesen

Eine neue Tierseuche hat die Region erreicht: Im Landkreis Bernkastel-Wittlich sind erstmals Infektionen mit dem Shamonda-Virus festgestellt worden. Aktuell liegen 22 bestätigte Nachweise bei Rindern vor. Das Veterinäramt der Kreisverwaltung Bernkastel-Wittlich beobachtet die Lage aufmerksam und hat vorläufige Schutzmaßnahmen für Tierhalter herausgegeben. Für Menschen besteht nach bisherigem Kenntnisstand kein relevantes Infektionsrisiko.

Was ist das Shamonda-Virus?

Das Shamonda-Virus gehört zur Gruppe der Orthobunya-Viren und wird nach derzeitigen Erkenntnissen durch blutsaugende Gnitzen der Gattung Culicoides übertragen. Diese Stechinsekten können die Viren in sich vermehren, was die Übertragung besonders effizient macht. Wichtig zu wissen: Eine direkte Übertragung von Tier zu Tier ist für diese Virusgruppe nicht belegt. Ein konsequenter Mückenschutz senkt daher die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung erheblich.

Viren der Simbu-Serogruppe, zu der das Shamonda-Virus zählt, gelten in der Regel nicht als Zoonose-Erreger. Das bedeutet: Nach bisherigem Kenntnisstand stellen sie kein relevantes Infektionsrisiko für den Menschen dar.

Welche Tiere sind betroffen – und welche Symptome treten auf?

Das Virus betrifft empfängliche Nutz- und Haustiere. Bei infizierten Rindern können insbesondere Fieber, Durchfall, eine verminderte Futteraufnahme sowie ein Rückgang der Milchleistung auftreten. Betroffene Pferde zeigen neurologische Symptome.

Die Ausbreitung in Deutschland geht dabei weit über den Landkreis Bernkastel-Wittlich hinaus. Das Friedrich-Loeffler-Institut bestätigte Infektionen mit dem neu eingeschleppten europäischen Shamonda-Virus (SHAV) bei Rindern aus Baden-Württemberg, Hessen, Bayern, dem Saarland und Sachsen. Zudem wurden Infektionen bei einem Pferd aus Rheinland-Pfalz sowie einem Alpaka aus Hessen nachgewiesen. Auch in Proben von Schafen und Ziegen aus Baden-Württemberg ist SHAV festgestellt worden.

Besondere Vorsicht gilt bei trächtigen Tieren: Für das neu eingeschleppte Virus lässt sich derzeit noch nicht abschätzen, ob und in welchem Umfang Infektionen tragender Tiere – ähnlich wie beim Schmallenberg-Virus – zu Schädigungen der Föten führen können. Aborte, Totgeburten und missgebildete Kälber oder Lämmer aus möglicherweise betroffenen Beständen sollten daher besonders aufmerksam untersucht werden.

Empfehlungen des Veterinäramts: Das können Tierhalter jetzt tun

Das Veterinäramt der Kreisverwaltung Bernkastel-Wittlich bittet alle Tierhalter im Landkreis, bei ungewöhnlichen oder gehäuft auftretenden Krankheitserscheinungen in ihren Tierbeständen sowie bei Auffälligkeiten im Zusammenhang mit Trächtigkeiten und Geburten ihren Tierarzt zu informieren. Darüber hinaus wurden konkrete vorläufige Schutzmaßnahmen empfohlen, die in drei Bereiche unterteilt sind:

Im Stall:

  • Frequenz des Mistens und Einstreuens erhöhen
  • Luftbewegung erhöhen, um Stechinsekten abzuhalten (Lüfter anschalten, Ventilatoren regelmäßig warten)
  • Tränken regelmäßig reinigen
  • Milchkammer sauber und trocken halten
  • Engmaschige Fliegennetze installieren

Im Außenbereich und auf der Weide:

  • Feuchtgebiete und Moorflächen meiden
  • Sumpfige Stellen trockenlegen
  • Tränkbereiche befestigen
  • Wannen und offene Tröge regelmäßig reinigen
  • Unterstand oder Schutzhütte aufstellen

Am Tier:

  • Regelmäßige Kontrolle der Herden auf Symptome
  • Repellentienbehandlung
  • Isolierung verdächtiger Tiere und tierärztliche Behandlung von erkrankten Tieren

Weitere Informationen und Fazit

Das Shamonda-Virus hat die Region Trier erreicht – und Tierhalter im Landkreis Bernkastel-Wittlich sind gut beraten, die empfohlenen Schutzmaßnahmen konsequent umzusetzen. Die Situation entwickelt sich dynamisch, und das Veterinäramt beobachtet das Infektionsgeschehen weiterhin aufmerksam. Da eine direkte Tier-zu-Tier-Übertragung nicht belegt ist, liegt der Schlüssel zur Eindämmung vor allem in einem effektiven Schutz vor den übertragenden Stechinsekten.

Weitere Informationen zum Shamonda-Virus stellt das Friedrich-Loeffler-Institut auf seiner Website zur Verfügung. Tierhalter, die Symptome bei ihren Tieren beobachten, sollten nicht zögern und umgehend ihren Tierarzt kontaktieren.

Quellen


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