
Staatsminister Marcus Klein besuchte Trier-Ehrang und würdigte das vielfältige Ehrenamt in der Pfarrei Ehrang-Pfalzel-Biewer.
Ehrenamtliches Engagement trägt unsere Gesellschaft – und verdient sichtbare Wertschätzung. Genau dieses Zeichen setzte Staatsminister Marcus Klein am 21. August bei einem Besuch im Pfarrheim St. Peter in Trier-Ehrang. Als Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten, Sport, Ehrenamt und Medien sowie Chef der Staatskanzlei Rheinland-Pfalz startete er dort seine Ehrenamtsreise durch Trier und den Landkreis Trier-Saarburg. Gemeinsam mit dem Trierer Oberbürgermeister Wolfram Leibe kam er mit engagierten Menschen aus der Pfarrei „Adula und Gregor von Pfalzel – Ehrang-Pfalzel-Biewer“ ins Gespräch und würdigte deren Einsatz für Menschen in unterschiedlichen Lebenslagen.
Eingeladen hatten Pfarrer Paul Diederichs, Gemeindereferent Robert Friedrich und die evangelische Pfarrerin Vanessa Kluge. Kirchenmusiker Axel Simon sorgte für die musikalische Gestaltung des Treffens. Auch Landtagsabgeordneter Lars Rieger war als Gast und Zuhörer anwesend.
Nach der Begrüßung durch Pfarrer Diederichs dankte Staatsminister Klein allen Ehrenamtlichen – nicht nur dafür, dass sie sich an diesem Tag Zeit genommen hatten, sondern vor allem dafür, dass viele von ihnen sich seit Jahrzehnten im Sinne der Nächstenliebe engagieren. Klein wartete mit erfreulichen Zahlen auf: 1,4 Millionen Menschen und damit 38 Prozent aller Rheinland-Pfälzerinnen und Rheinland-Pfälzer engagieren sich ehrenamtlich – ob in Sport-, Kultur- oder Musikvereinen, im karitativen Bereich oder in der Jugendarbeit. „Was wäre unsere Gesellschaft ohne dieses Engagement?“, so der Minister.
Die neue Landesregierung habe sich deshalb vorgenommen, durch ein eigenes Ministerium das Ehrenamt stärker herauszustellen und in den kommenden Monaten möglichst viele Initiativen zu besuchen. Oberbürgermeister Leibe hielt seine Begrüßung bewusst kurz, denn es „geht heute ja ums Zuhören“. Er betonte dabei, dass Klein einen besonderen Stadtteil besuche: Ehrang sei durch die Flutkatastrophe von 2021 stark betroffen gewesen. „Ehrang zeichnet sich durch Zusammenhalt aus, dadurch, dass alle damals zusammen angepackt haben, auch beide Pfarrer und weitere Hauptamtliche. Und das zieht sich bis heute durch“, so Leibe.
Besonders im Mittelpunkt des Ministerbesuchs stand das ökumenische Projekt „Herz und Hand – Nothilfe Ehrang-Pfalzel-Biewer“. Jürgen Schmitt, 35 Jahre lang Geschäftsführer der Malteser im Bistum Trier, stellte die Initiative als Gründungsmitglied vor. Seit 20 Jahren unterstützt sie Menschen, die von Armut betroffen sind. Ehrenamtliche versorgen derzeit mehr als 101 Menschen, darunter 27 Kinder, in den Trierer Stadtteilen Ehrang, Pfalzel und Biewer regelmäßig mit Grundnahrungsmitteln. Die Lebensmittel werden den Betroffenen persönlich nach Hause gefahren – unbürokratisch und ohne Verwaltungsgebühren. Ein Bus wird kostenlos vom Malteser-Hilfsdienst bereitgestellt.
Getragen wird „Herz und Hand“ von der Katholischen Pfarrei Ehrang-Pfalzel-Biewer, der Evangelischen Kirchengemeinde Ehrang und den Maltesern. Nach der Flutkatastrophe von 2021 half die Initiative Familien in besonderen Notlagen zudem mit Kleidung und Möbeln. Auch die Jüngsten werden eingebunden: 42 Firmlinge sammelten in diesem Jahr zwei Busse voll mit 600 Kilo Lebensmitteln. An Heiligabend beschenkt „Herz und Hand“ seine Klienten mit Geschenkpaketen – eine besondere Aktion des Lions‘ Clubs. Beim Tag der Begegnung werden die Klienten zu einem Mittagessen und Nachmittagscafé eingeladen, finanziert durch die Malteser.
Dass die Bandbreite des Engagements in der Pfarrei weit über „Herz und Hand“ hinausgeht, zeigte Gemeindereferent Robert Friedrich mit einer kurzen Vorstellung weiterer Projekte:
Darüber hinaus gibt es Chöre, einen Gottesdienstkreis, einen lebendigen Adventskalender und das ökumenische Nachtgebet. Viele Ehrenamtliche engagieren sich gleich in mehreren Projekten und arbeiten übergreifend Hand in Hand.
Beim Austausch mit Staatsminister Klein kamen die Ehrenamtlichen auch auf Sorgen und Anregungen zu sprechen. Ein zentrales Thema: Der Altersdurchschnitt der Ehrenamtlichen liegt bei über 70 Jahren – und die Frage nach dem Nachwuchs drängt sich auf. Zudem wurde der komplizierte und zeitraubende Papierkram als große Hürde benannt, etwa bei der Beantragung von Leistungen für Bedürftige und bei den Nachweisen für Ausgaben in den Projekten selbst.
Minister Klein räumte ein, dass hier Verbesserungsbedarf bestehe, und verwies darauf, dass sich die Koalition in Mainz vorgenommen habe, den Verwaltungsaufwand zu reduzieren. Er dankte allen Anwesenden für ihre Anregungen und sprach ihnen Mut zu, offen über ihr Ehrenamt zu reden und andere Menschen dafür zu begeistern. Sein Schlusswort traf den Kern: „Das Ehrenamt gibt einem sehr viel an Freude zurück.“
Der Besuch von Staatsminister Klein in Trier-Ehrang hat eindrucksvoll gezeigt, wie vielschichtig und wertvoll ehrenamtliches Engagement auf lokaler Ebene sein kann. Von der Lebensmittelhilfe über die Flüchtlingsbegleitung bis hin zur Seniorenarbeit – die Menschen in der Pfarrei Ehrang-Pfalzel-Biewer leben vor, was Zusammenhalt und Nächstenliebe in der Praxis bedeuten. Antenne Trier wird die Entwicklungen rund um das Ehrenamt in der Region weiterhin aufmerksam begleiten.
Update: Es gibt neue Entwicklungen zu diesem Thema:






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