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Weniger Verkehr, mehr Raum: Neue Busführung rund um die Porta Nigra

Trier plant eine neue Busführung rund um die Porta Nigra: Busse verlassen die Simeonstraße, der Vorplatz wird größer.

Redaktion
·
21. August 2026
Bild ist mit Hilfe von KI generiert
Zuletzt aktualisiert: vor 1 Monat

Ein neues Kapitel für das Herzstück Triers

Die Porta Nigra ist eines der bekanntesten Wahrzeichen Triers – und gleichzeitig ein Ort, der täglich von dichtem Stadtverkehr umgeben ist. Das soll sich nun grundlegend ändern. Die Stadt Trier plant eine umfassende Neuordnung der Bus- und Radführung rund um das römische Stadttor, die wichtige Voraussetzungen für die geplante Neugestaltung des gesamten Umfelds schafft. Weniger Verkehr unmittelbar am Welterbe, mehr Platz für Menschen – das ist das erklärte Ziel des Projekts.

Busse verlassen die Simeonstraße

Das vielleicht sichtbarste Element der Neuplanung: Busse werden künftig nicht mehr durch die Simeonstraße und das Margarethengässchen unmittelbar an der Porta Nigra vorbeifahren. Stattdessen werden sie über die Nordallee und den Simeonstiftplatz geführt. Diese Umleitung klingt auf den ersten Blick nach einer kleinen Anpassung, hat jedoch weitreichende Konsequenzen für die Aufenthaltsqualität am nördlichen Vorplatz der Porta Nigra.

„Die Busumfahrung ist ein wichtiger Schritt für die Zukunft des Porta-Nigra-Umfelds“, betonte Baudezernent Dr. Thilo Becker bei einem Vor-Ort-Termin. Erst wenn die Busse aus der Simeonstraße und dem Margarethengässchen herausgenommen seien, könne die eigentliche Umfeldgestaltung beginnen. Die neue Busführung ist dabei eng mit dem Projekt „Klimaraum Alleenring“ verknüpft.

Umbau des Knotenpunkts und neue Haltestellen

Kern der baulichen Maßnahme ist der Umbau des Knotenpunkts Engelstraße/Nordallee/Simeonstiftplatz, der die neue Busachse erst ermöglicht. Im Zuge dieser Arbeiten entstehen neue Haltestellen am Simeonstiftplatz und in der Christophstraße – beide werden vollständig barrierefrei ausgebaut. Für die Fahrgäste ändert sich an der grundsätzlichen Erreichbarkeit der Trierer Innenstadt per Stadtbus nichts: Die Erschließung wird lediglich neu organisiert, viele Linien bedienen beide Standorte.

Ein zentrales Anliegen aus der Bürgerbeteiligung war die Vergrößerung des nördlichen Vorplatzes der Porta Nigra. Diesem Wunsch wird nun entsprochen: Unter anderem wird die Linksabbiegespur für den Autoverkehr in Richtung Simeonstiftplatz verkürzt, um Platz zu gewinnen. „Wir haben die Rückmeldungen der Bürgerinnen und Bürger aufgegriffen und geprüft, was sich umsetzen lässt“, erklärte Becker. Die Erweiterung des nördlichen Vorplatzes zeige, dass Bürgerwünsche ernst genommen werden.

Vorteile für Bus, Rad und Fuß

Die Neuordnung kommt nicht nur dem Stadtbild zugute, sondern verbessert konkret die Bedingungen für verschiedene Verkehrsteilnehmer. Für den ÖPNV werden separate Fahrstreifen, Vorrangschaltungen an Ampeln und eine Busschleuse eingerichtet. Damit sollen Busse künftig schneller und zuverlässiger unterwegs sein.

Auch der Radverkehr profitiert erheblich. Zwischen Innenstadt und Trier-Nord besteht derzeit eine Lücke im Hauptradroutennetz – diese soll durch neue Radfahrstreifen und Umweltspuren geschlossen werden. Sichere Verbindungen entstehen unter anderem zwischen Paulinstraße, Engelstraße, Simeonstiftplatz und Franz-Ludwig-Straße. Zusätzlich werden neue signalgesteuerte Querungsmöglichkeiten geschaffen.

Fußgängerinnen und Fußgänger erhalten barrierefrei ausgebaute Querungsstellen, teilweise verbreiterte Gehwege und verkürzte Querungswege. Eine größere, barrierefreie Querungsinsel am Knotenpunkt Engelstraße/Nordallee soll insbesondere den vielen Touristinnen und Touristen den Zugang erleichtern.

„Unser Ziel ist es, das Bestmögliche für alle Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer herauszuholen“, erklärte Julian Lehnart, Amtsleiter von StadtRaum Trier. „Die notwendige Neuordnung nutzen wir, um den Rad- und Fußverkehr zu verbessern, Flächen zu entsiegeln und den vorhandenen Baumbestand zu sichern.“

Auch der Autoverkehr gewinnt

Trotz der Stärkung von Bus, Rad und Fuß soll auch der Autoverkehr nicht schlechter gestellt werden. Am Knotenpunkt Engelstraße/Theodor-Heuss-Allee/Nordallee, einer der stark belasteten Kreuzungen im Stadtgebiet, verbessert eine neue Einbahnstraßenregelung die Verkehrsabwicklung und erhöht die Verkehrssicherheit. In Richtung Mosel erhält der Autoverkehr eine eigene, baulich von der ÖPNV-Trasse getrennte Spur mit eigener Ampelschaltung. Die Erreichbarkeit der Engelstraße bleibt über die Zeughausstraße wie bisher gewährleistet.

Kosten, Förderung und Zeitplan

Der Baubeschluss soll am 10. September im Stadtrat gefasst werden. Anschließend stellt die Stadt Trier einen Förderantrag beim Land Rheinland-Pfalz. Dabei wird mit einer Förderung von 70 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten gerechnet. Die Gesamtkosten des Projekts liegen voraussichtlich bei knapp 12 Millionen Euro.

Für die Umgestaltung des Knotenpunkts Paulinstraße/Rindertanzstraße/Petrusstraße müssen nach den gesetzlichen Vorgaben voraussichtlich wiederkehrende Ausbaubeiträge in Höhe von rund 2,6 Millionen Euro erhoben werden. Dies betrifft die Ausbaubeitragssatzungen Trier-Nord und Trier-Mitte.

Nach dem Baubeschluss folgen Detailplanung, Ausführungsbeschluss, Ausschreibung und Vergabe. Je nach Dauer der Verfahren könnte frühestens Mitte bis Ende 2027 mit den eigentlichen Bauarbeiten begonnen werden.

Ein Meilenstein für das Porta-Nigra-Umfeld

Mit der geplanten Busumfahrung macht Trier einen entscheidenden Schritt in Richtung einer lebenswerteren Innenstadt. Weniger Verkehr unmittelbar am Welterbe, mehr Raum für Aufenthalt und Begegnung, bessere Bedingungen für Bus, Rad und Fuß – und ein größerer Vorplatz, der dem Rang der Porta Nigra als einem der bedeutendsten Orte der Stadt endlich gerecht wird. Die Weichen für eine neue Ära des Porta-Nigra-Umfelds werden jetzt gestellt. Antenne Trier hält euch über alle weiteren Entwicklungen auf dem Laufenden.

Quellen


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