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Mobilfunkausbau in Rheinland-Pfalz: Ziele schon zur Halbzeit übertroffen

Rheinland-Pfalz hat beim Mobilfunkpakt 2025-2027 bereits 2.600 Standortmaßnahmen umgesetzt und das Ausbauziel zur Halbzeit deutlich übertroffen.

Redaktion
·
23. Oktober 2026
Bild ist mit Hilfe von KI generiert
Zuletzt aktualisiert: vor 5 Stunden

Mehr Standorte als geplant – schon nach der Hälfte der Laufzeit

Der Mobilfunkausbau in Rheinland-Pfalz kommt schneller voran als ursprünglich vereinbart. Nach Angaben des rheinland-pfälzischen Ministeriums der Finanzen sind im Rahmen des aktuellen Mobilfunkpakts 2025-2027 bereits 2.600 Standortmaßnahmen fertig errichtet worden – und das bereits zur Halbzeit der Laufzeit. Eigentlich hatten sich die vier Mobilfunknetzbetreiber Telekom, Vodafone, Telefónica und 1&1 verpflichtet, bis zum Ende des Pakts insgesamt 2.093 Standortmaßnahmen umzusetzen, etwa den Neubau oder die Erweiterung bestehender Anlagen. Dieses Ziel ist damit schon jetzt deutlich übertroffen.

Digitalministerin Doris Ahnen bezeichnete die Entwicklung bei der jüngsten Sitzung des Runden Tischs Mobilfunk als wichtigen Meilenstein. Die vom Land verbesserten Rahmenbedingungen würden Wirkung zeigen und dazu beitragen, die Mobilfunkversorgung in Rheinland-Pfalz nachhaltig zu stärken sowie Bürgerinnen, Bürgern und Unternehmen eine leistungsfähige digitale Infrastruktur zu ermöglichen. Der regelmäßige Austausch mit den ausbauenden Unternehmen im Rahmen des Runden Tischs Mobilfunk sei dafür unerlässlich.

Erleichterte Genehmigungen beschleunigen den Ausbau

Ein wesentlicher Treiber für das schnellere Vorankommen sind laut Finanzministerium die neuen Regelungen der Landesbauordnung, die seit dem 1. November 2025 gelten. Dazu zählt etwa die sogenannte Genehmigungsfiktion für Mobilfunkmasten bis zu einer Höhe von 50 Metern, das Entfallen von Abstandsflächen für Masten bis 1,5 Meter Breite und 50 Meter Höhe sowie eine Genehmigungsfreiheit von 24 Monaten für temporäre Mobilfunkmasten. Diese Erleichterungen sollen den Bau neuer Anlagen spürbar vereinfachen und beschleunigen.

Der Mobilfunkpakt selbst hat eine längere Vorgeschichte: Der erste Pakt wurde bereits am 7. November 2022 mit den vier Netzbetreibern für eine Laufzeit von zwei Jahren unterzeichnet. Grundidee war von Anfang an, dass alle Beteiligten ihren Teil zu einem dynamischeren Mobilfunkausbau beitragen – die Netzbetreiber durch feste Ausbauzusagen, das Land durch bessere rechtliche und planerische Rahmenbedingungen.

Neue Partner am Runden Tisch

Der aktuelle Mobilfunkpakt für die Jahre 2025 bis 2027 wurde am 22. September 2025 von der damaligen Digitalisierungsministerin Dörte Schall unterzeichnet. Neu hinzugekommen sind dabei fünf Infrastrukturbetreiber, die im Auftrag der Netzbetreiber die passive Infrastruktur bereitstellen – also die Funkmasten selbst errichten, während die Netzbetreiber über ihre Antennen die eigentlichen Funksignale aussenden. Wie der WW-Kurier unter Berufung auf Angaben aus Mainz berichtet, handelt es sich dabei um die ATC Germany Holdings GmbH, die DFMG Deutsche Funkturm GmbH, die Phoenix Tower Germany GmbH sowie Vantage Towers AG und 5G Synergiewerk GmbH. Mit dieser Erweiterung deckt der Pakt ein deutlich breiteres Spektrum des gesamten Realisierungsprozesses ab als zuvor.

Versorgungswerte: Gut aufgestellt, aber noch Lücken

Auch bei den konkreten Versorgungswerten zeigt sich laut Finanzministerium ein positives Bild: In der Fläche liegt die 4G-Versorgung in Rheinland-Pfalz aktuell bei 96,82 Prozent, die 5G-Versorgung bei 93,91 Prozent. Diese Werte lassen das Land nach eigener Einschätzung gut aufgestellt erscheinen. Dennoch soll die vorzeitige Erfüllung der Ausbauzahlen aus dem Mobilfunkpakt kein Grund zum Ausruhen sein, sondern vielmehr Ansporn, die Versorgung weiter voranzutreiben und verbleibende Lücken zu schließen.

Der WW-Kurier weist darauf hin, dass trotz der positiven Zwischenbilanz weiterhin Versorgungslücken im Land bestehen. Der Mobilfunkpakt läuft noch bis Ende des kommenden Jahres, sodass bis zum offiziellen Vertragsende noch Zeit bleibt, weitere Standorte zu realisieren und bestehende weiße Flecken in der Netzabdeckung zu beseitigen.

Fazit

Mit 2.600 bereits realisierten Standortmaßnahmen gegenüber ursprünglich vereinbarten 2.093 hat Rheinland-Pfalz sein Ausbauziel aus dem Mobilfunkpakt 2025-2027 schon zur Halbzeit der Laufzeit übertroffen. Verbesserte rechtliche Rahmenbedingungen durch die novellierte Landesbauordnung sowie die enge Zusammenarbeit zwischen Land, Netzbetreibern und neu hinzugekommenen Infrastrukturbetreibern am Runden Tisch Mobilfunk gelten als wesentliche Faktoren für diese Entwicklung. Auch wenn die Flächenversorgung bei 4G und 5G bereits hohe Werte erreicht, bleibt die vollständige Schließung aller Versorgungslücken bis zum Ende des Pakts weiterhin Ziel der Landesregierung.

Quellen


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